„BOB ist top“

Zum ersten Mal hat der BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) keine Einzelperson, sondern eine ganze Initiative für ihren Einsatz zu mehr Verkehrssicherheit ausgezeichnet. Die Senator-Lothar-Danner-Medaille in Gold 2015 erhielt in diesem Jahr die Aktion BOB. Sie wurde jetzt in einem Festakt in Erfurt an vier Protagonisten verliehen.

Das BOB-Prinzip, dass sich vorrangig an junge Menschen richtet, ist ebenso einfach wie überzeugend: Wird bei einem Treff zum Feiern oder Tanzen Alkohol getrunken, erklärt sich ein Teilnehmer vorher bereit, die Gruppe nach Hause zu fahren. Er verzichtet dabei auf Alkohol, wird zum BOB „erklärt“ und erhält als Gegenleistung an diesem Abend kostenlos antialkoholische Getränke.

Die BOB zugrundeliegende Philosophie des Designated driver (bestimmter Fahrer) hatte vor 90 Jahren ihren Ursprung in Skandinavien, sie fand danach starke Verbreitung in den USA und Belgien. Im Jahr 2007 wurde das Projekt BOB aus Belgien „importiert“ und in Mittelhessen etabliert. Darüber hinaus existieren BOB-Initiativen in Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

In der Festveranstaltung erläuterten vier Protagonisten von BOB, die mit der Medaille ausgezeichnet wurden, wie mit der Aktion BOB junge Menschen erreicht werden. Manfred Kaletsch, Polizeidirektor in Frankfurt, der als Vater von BOB in Deutschland gilt, weil er maßgeblich an der Implantierung der Initiative in Mittelhessen beteiligt war, verwies unter anderem auf eine wissenschaftliche Studie der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dabei wurde festgestellt, dass in der Region Mittelhessen nach der Einführung von BOB signifikant weniger junge Fahrer bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen verunglückten als im übrigen Hessen.

Der 26jährige Polizeikommissar Marijan Griebel aus Birkenfeld in Rheinland-Pfalz berichtete, wie er in Schulen bzw. durch eine Schulpartnerschaft junge Leute für BOB interessiert. Dabei werde ihm von den Schülerinnen und Schülern besonderer Respekt durch seine berufliche Funktion, aber auch durch seine Erfolge als Motorsportler entgegengebracht. So ergebe sich die Chance für eine nachhaltige Akzeptanz von BOB.

Die Erziehungswissenschaftlerin Nadine Nagel aus Saarbrücken untermauerte die Haltung der jungen Leute unter anderem durch die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit zur Optimierung des Ausbildungskonzeptes für Fahrschüler. Mit ihrer Evaluation konnte sie signifikant nachweisen, dass bei jüngeren Verkehrsteilnehmern in hohem Maße auf Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen Wert gelegt werde. Keinesfalls fühle sich der BOB-Teilnehmer als ein Loser, vielmehr empfänden junge Menschen in dieser Rolle Stolz.

Entscheidend für die erfolgreiche Prävention durch BOB ist die Teilnahme der Discothekenbetreiber. Ihr Protagonist in dem Festakt, Joachim Wohlfart aus Pfronten im Allgäu, zeigte deutlich pädagogisches Gespür für das Lebensgefühl junger Menschen, in dem er wirtschafltliche Interessen als nachrangig erachtete. In seiner Discothek werde offensiv für BOB geworben, der kostenlose Ausschank nichtalkoholischer Getränke beeinträchtige dabei das Geschäft in keiner Weise. Vielmehr gebe er mit der Teilnahme an der Aktion nicht zuletzt sich selbst ein sicheres Gefühl, wenn junge Leute nach einem Abend in seiner Discothek den Heimweg antreten.

Der Präsident des BADS, Dr. Peter Gerhardt, bezeichnete BOB in seiner Laudatio als vorbildliche Prävention. „Wer BOB praktiziert, zeigt damit unter anderem auch eine ausgeprägte soziale Kompetenz, in dem er Verantwortung für Mitfahrer übernimmt. Im Interesse der Sicherheit auf unseren Straßen ist es von entscheidender Bedeutung, dass junge Menschen auch bei Alkoholkonsum sicher nach Hause kommen“. So sei in einer Evaluation nachgewiesen, dass es bei den jungen Kraftfahrern, die an der Aktion teilnahmen einen eindeutigen Rückgang der Unfälle unter Alkoholeinfluss, gegenüber Nichtteilnehmern gegeben habe, sagte Gerhardt weiter.

Stellvertretend für die ausgezeichneten Protagonisten sagte der BOB-Initiator in Deutschland, Manfred Kaletsch, mit der Dannermedaille in Gold werde die Arbeit der Initiative deutlich aufgewertet und erlange bundesweite Beachtung in Fachkreisen und der Öffentlichkeit. BOB dürfe nicht an Landesgrenzen enden. „Es ist meine Überzeugung, dass eine nachweislich erfolgreiche Initiative wie BOB, dem Ziel eines alkohol- und drogenfreien Straßenverkehrs entscheidend näher kommt“, so Kaletsch abschließend.

In der Feierstunde im Rathaus der Stadt Erfurt begrüßte der BADS-Präsident, Dr. Peter Gerhardt, zahlreiche Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Im Rahmen des Festaktes hielt der Ministerialrat im Bundesministerium der Justiz und für den Verbraucherschutz, Detlef Otto Bönke, den Vortrag mit dem Thema „Sanktionen bei Trunkenheitsfahrten in Zeiten des mobilen Wandels“. 

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Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr wurde 1950 gegründet. Nach der Satzung des gemeinnützigen Vereins gehören zu seinen Aufgaben unter anderem die Aufklärung über die Gefährlichkeit von Alkohol und Drogen und die Förderung der Forschung auf diesem Gebiet. Der Schwerpunkt seiner Erziehungs- und Aufklärungsarbeit wird von 21 Landessektionen getragen. Internationale Akzeptanz findet unsere renommierte wissenschaftliche Publikation BLUTALKOHOL. Jährlich verleihen wir an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihr Engagement um mehr Sicherheit auf unseren Straßen die Senator-Lothar-Danner-Medaille in Gold. Der B.A.D.S.  finanziert seine Arbeit hauptsächlich aus den von Staatsanwaltschaften und Gerichten zufließenden Geldbußen, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

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